Was ist besser als drei Landespokalsiege? Vier Landespokalsiege! Der SV Langenweddingen hat sich - mal wieder - „seinen“ Pott gesichert.

 

    Langenweddingen l  In einem anstrengenden Final Four setzten sich die Sülzetaler am Sonntag zuerst gegen die SG Kühnau und anschließend im Finale gegen Gastgeber Eiche Biederitz durch. Neuer Modus, altes Ergebnis – nach 2012, 2014 und 2016 haben Langenweddingens Handballer nun schon zum vierten Mal den Landespokal gewonnen. Die Freude darüber war am Ende eines anstrengenden 3. Advents – die Sülzetaler mussten zwei Spiele innerhalb weniger Stunden austragen und in einem sogar in die Verlängerung – groß.

    Ein klein wenig Enttäuschung mischte sich dann bei der Siegerehrung mit hinein, denn einen Gutschein oder Preis wie in den vergangenen Jahren gab es, „nachdem sich die Mannschaft so den Arsch aufgerissen hat“ (Zitat Trainer Matthias Scheller), nicht mehr. Allgemein sorgte der Pokalablauf in diesem Jahr nicht unbedingt für Begeisterung, denn durch die Veränderungen auf höherer Ebene musste alles im Schnelldurchlauf erledigt werden – das raubt dem Wettbewerb den Flair, die besondere Bedeutung.

    Dass die Spieler unter diesen Umständen weniger motiviert an die Aufgabe herangingen, konnte man freilich nicht behaupten. „Unangenehm, kampfstark, hart, aber nicht unfair“, waren die Attribute, die Eiche-Trainer Enrico Sonntag mit Blick auf den alten und neuen Pokalsieger bemühte. Sonntags Team zeigte zwar auch viel Einsatz- und Kampfeswillen, schlug im Halbfinale Verbandsligist Lok Schönebeck 30:26, biss sich dann aber an der „Mannschaft aus Granit“ – als die der SVL von seinen Fans besungen wird – die Zähne aus und zog im Finale mit 19:23 (9:11) Toren den Kürzeren.

     

     

    • Denny Friedl (am Ball) war mit fünf Treffern im Finale erfolgreich. Foto: Björn Richter

    Abgesehen von der frühen 1:0- und 2:1-Führung lagen die Biederitzer nur noch ein einziges Mal in Führung. Ausgehend von zwei starken Paraden von Tom Mocker verwertete der Biederitzer Rechtsaußen Maximilian Wiedon im Angriff einen Abpraller zum 17:16 (48.). Danach starteten die Sülzetaler einen 7:0-Lauf, der die Partie entschied. Allein drei Fehlpässe der Gastgeber begünstigten die Langenweddinger Konterlawine zum 23:17 (57.).

    „Kondition ist gleich Konzentration. Beides war am Ende bei uns weg, wir sind auf dem Zahnfleisch gekrochen und natürlich hat uns dann das Feintuning gefehlt. Positionsspezifisch hatte Langenweddingen einfach die breitere Bank“, wusste Sonntag, war aber dennoch sehr zufrieden mit dem Auftritt seines Teams.

    Dass der Schlüssel zum Erfolg dieses Mal im Durchhaltevermögen liegen würde, hatte Langenweddingens Coach Matthias Scheller schon vor dem Turnier prophezeit und am Sonntagabend sah er sich bestätigt: „Es ging nur noch um den größeren Kampfgeist und Willen. Körperlich sind alle an ihre Grenzen gegangen.“ Beispielhaft dafür war der Auftritt von Kapitän Tim Heine, der schon im Halbfinale nach fünf Minuten einen dicken Pferdekuss abbekam, sich aber durchbiss und im Finale clever Regie und damit seine Kameraden zum Sieg führte.

    Tatsächlich konnte sich der Sachsen-Anhalt-Liga-Spitzenreiter bis zur Schlussphase nie auf mehr als drei Tore absetzen. Im von beiden 6-0-Abwehrreihen und Torhüterduellen geprägten Spiel, das wohltuend fair verlief, hielt der Rückraum um den besten Werfer Alexander Ernst (fünf Treffer) den SVE offensiv im Spiel. Auf der Gegenseite gelang es den Biederitzern zeitweise recht ordentlich, die Kreise von Denny Friedl einzuengen. Daneben blühten allerdings Ricardo und Stefan Schult (sieben/fünf Tore) auf und unterstrichen, was die Lokalmatadoren und ihr Trainer einsehen mussten: „Das Spiel hat gezeigt, dass Langenweddingen in der Liga nicht umsonst dort oben steht.“

    Ein Wermutstropfen

    Als nicht ganz so faire Verlierer hatten sich nach dem Halbfinale leider die Handballer der SG Kühnau präsentiert. Das erwartet schwere Spiel gegen den Liga-Konkurrenten entschieden die Sülzetaler in der Verlängerung 29:26 für sich. Danach mussten sie auch noch zusätzliche Nervenstärke beweisen, denn es gab lange Diskussionen.

    Was war passiert? Vor der Verlängerung hatten die Schiedsrichter – trotz Hinweis von Coach Scheller, dass dies eigentlich nicht den Regeln entspricht – offiziell festgelegt, dass es pro Team eine Auszeit gibt. Der SVL-Trainer ließ sich auf diese Bestimmung ein und nahm die Auszeit auch 50 Sekunden vor Schluss. Da stand es zwar schon 29:26, unwahrscheinlich also, dass die SGK, mit oder ohne Auszeit, das Spiel in weniger als einer Minute noch gedreht hätte, dennoch gab es nach dem Abpfiff wilde Proteste. Nur um einer drohenden Wiederholung des Spieles zu entgehen, fügten sich die Kühnauer schließlich und erkannten ihre Unterlegenheit an. „Diese unnötige Diskussion war das einzig Negative“, berichtete der vom Verhalten der Kühnauer enttäuschte SVL-Coach Scheller rückblickend, konnte dann aber trotzdem mit seinem Team den vierten Landespokalsieg feiern.

    Biederitz: Mocker, Wichmann, Wolke – Swoboda (3/1), Möritz, Wolff (1), Peters (4), Schnetter, Ernst (5), Freistedt, Wiedon (4), Tysack (2)

    Langenweddingen: Krüger, Böhm – Wisotzky (1), R. Schult (7), Friedl (5/1), Scheller (1), Knorr, Mack, Deutscher (1), Heine (3), Rohr, S. Schult (5), Wundrack

    Siebenmeter: SVE 1/1 – SVL 2/1; Zeitstrafen: SVE 1 – SVL 5

     

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